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ÖDP kritisiert: Auto wichtiger als Klima

Partei fordert sofortiges Umdenken der Politik und sieht Moore als unterschätzte Klimaschützer

Moorexperte Walter Soraruf (2. von rechts) zeigte anschaulich die Geschichte und Bedeutung des Ainringer Moors. ÖDP-Kreisvorsitzender Willi Winkler (rechts) und Dr. Ute Künkele (3. von links) ergänzten die Führung mit hochaktuellen Infos zum Umwelt- und Klimaschutz.

Aus aktuellem Anlass verlegte die ÖDP ihr Kreistreffen in das Ainringer Moor. Die Meldungen und Warnungen aller Klimawissenschaftler und auch des Weltklimarats haben die dringende Forderung, sofort wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen.

Ein Baustein von diesen Maßnahmen ist der Erhalt und -so weit möglich – die Renaturierung der Moore. So konnte Walter Soraruf, ein exzellenter Moorexperte, davon erzählen, dass vor hundert Jahren auch das Ainringer Moor als eine für die Landwirtschaft minderwertige Region gesehen wurde und durch den Torfabbau auch viele Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden konnten. Zudem war Torf als Brennmaterial begehrt, nachdem viele Wälder durch den Betrieb der Saline abgeholzt waren.

Die Bedeutung der Moore als CO2-Speicher ist zwar seit mehreren Jahrzehnten bekannt, wurde jedoch von der Politik sträflich vernachlässigt. Schließlich werden 30% des globalen CO2 in den Mooren gespeichert! Dass Moore auch im Vergleich zu intakten Waldflächen wesentlich mehr Wasser speichern können, wie Dr. Ute Künkele als oft angefragte Moorführerin weiter ergänzen konnte, sollte gerade heutzutage als großer Vorteil gesehen werden. Schließlich müssen wir in den kommenden Jahren mit noch extremer werdenden Wetterlagen mit Starkregenfällen rechnen! „Ganz klar: Torf gehört ins Moor und nicht in den Blumentopf“, erklärt Dr. Künkele mit Nachdruck.

Gerade vor dem Hintergrund der schrecklichen Bilder mit den Auswirkungen der nicht mehr kontrollierbaren Regenmassen fordert die ÖDP einen radikalen Kurswechsel. „Es ist nicht verantwortbar, in den nächsten Jahren in Bayern noch 1500 km Autobahnen und Fernstrassen zu bauen, was der Verkehrsminister vorhat! Wir fordern den sofortigen Stopp all dieser Maßnahmen! Wohin sollen dann die noch größeren Regenmassen versickern? Oder soll unser schönes Bayernland mit sowieso schon immer weniger werdenden kleinen landwirtschaftlichen Betrieben zu einem Autobahnland werden?“, so der Kreisvorsitzende Wilhelm Winkler.

Es ist dringend eine Kehrtwende in der Klimapolitik nötig, was von der derzeit führenden Politschicht nur schwer zu erwarten ist; denn unseren verantwortlichen Politikern ist offensichtlich das Begehr der Autoindustrie wichtiger als die dringenden Empfehlungen der Klimaforscher. Auch ist von einem von Ministerpräsident Söder schon vor Wochen angekündigten „Klima-Ruck“ bis heute nichts zu spüren! Und so verstreicht wieder wertvolle Zeit und das können wir uns längst nicht mehr erlauben!

„Ganz klar: Torf gehört ins Moor und nicht in den Blumentopf“, erklärt Dr. Künkele (rechts) mit Nachdruck. Einprägsam veranschaulichte sie die enorme Bedeutung der Moore für das Klima.

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