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Pressemitteilung

Mit dem PARKing Day Plätze und Parkflächen bewusst beleben

Mit der Aktion am Rathausplatz zeigte die ÖDP alternative Nutzungsmöglichkeiten

Wie viel Platz ein Auto im Vergleich zu einem Menschen braucht, demonstrierte ÖDP-Vorsitzender Wilhelm Winkler (Mitte) anschaulich mit seinem „Gehzeug“.

Ratscafé, offene Musikbühne, Flohmarkt, Spielbereich und vielfältige Infostände – beim diesjährigen PARKing Day am vergangenen Samstag wurde der Rathausplatz und die Landratsstraße für ein paar Stunden autofrei und stattdessen bewusst belebt.

Bereits zum dritten Mal organisierte die ÖDP (Ökologisch Demokratische Partei) den internationalen Aktionstag, der im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche stattfand. Die Intentionen: Parkflächen und Plätze anders nutzen und sie neu beleben als Raum für Menschen.

Organisatorin Barbara Winkler freute sich über die zahlreichen Mitmachenden, die mit ihren Angeboten das Thema Mobilität und Raumnutzung anschaulich und konkret den Besuchern nahe führten. „Wir müssen die Krisen, sei es Pandemie, Krieg oder Klima, gemeinsam anpacken und nicht weiter gesellschaftliche Spaltung zulassen. Es bringt nur Verlierer, wenn die eine Gruppe gegen die andere ausgespielt wird, oder Klimaschutz gegen soziale Themen. Das hängt alles zusammen und nur gemeinsam und im Austausch ist auch die Klimakrise zu bewältigen. Wir brauchen endlich eine sozial gerechte Klimapolitik.“

Klimaschutz beinhaltet nachhaltige Mobilität und sinnvolle Raumnutzung.

Wie viel Platz ein Auto im Vergleich zu einem Menschen braucht, demonstrierte ÖDP-Vorsitzender Wilhelm Winkler mit seinem „Gehzeug“. Sein Holzrahmen bildete die Größe eines Mittelklassewagens ab; wobei Winkler bereits vorausschauend anmerkte, dass er für das nächste Mal in Anbetracht der stetig steigenden Zulassungszahlen den Umfang auf einen SUV vergrößern wird.

Dass Mobilität anders möglich ist, zeigte das Verkehrsforum Berchtesgadener Land / Rupertiwinkl mit Vorsitzendem Dr. Karl Bösenecker an seinem Stand. Der Verein wirbt seit Jahren aktiv für besseren und damit attraktiveren öffentlichen Nahverkehr beiderseits der Ländergrenzen.

Kindern und Jugendlichen bewusst Raum zu geben, war die Intention vom Bund Naturschutz. So bot Brigitte Sturm ein originelles „1-PS-Rennen“ mit den bunten Steckenpferden an und die Kleinen durften ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen. Farbenfroh und ansprechend malten sie in der Kreativecke ihre Wünsche für eine kindgerechte Stadt und beim Kinderschminken verzauberte sie Merita Buzuku in ihre Lieblingswesen. Angesagt waren auch die vielfältig sortimentierten Flohmarktstände der Kinder und Jugendlichen.

Auch der grüne Ortsverband Laufen beteiligte sich mit einer Station an der Veranstaltung. „Belebung der Innenstadt durch Verkehrsberuhigung" war hier das Thema, veranschaulicht durch Info-Tafeln an den Beispielen Oslo und Würzburg, die durch zwei unterschiedliche Konzepte ihre Innenstädte beleben konnten. Eine begrünte Terrasse aus Paletten, Tisch und Stühlen auf dem Parkplatz vor dem Rathaus diente zur Veranschaulichung und lud die Interessenten zum Verweilen und Diskutieren ein.

Geigenbauer Hagen Schiffler-Lustig bereicherte den PARKing Day mit einer offenen Bühne vor seiner Werkstatt. Unter Anleitung von Anna Kinschel (Violine) und Tilla Seymann (Viola da Gamba) wurde zu gemeinsamen Improvisationen eingeladen. Anschließend erfreuten sich die Zuhörer wie Musiker an der offenen Session von Blues über Folk bis Rock 'n' roll, an der auch begeisterte Teilnehmer u.a. auch aus Salzburg mitmachten.

Konrad Ehinger stellte als aktives Mitglied das Radforum Laufen vor. Interessierte Bürger konnten sich bei ihm direkt über die bereits getroffenen und geplanten Maßnahmen für ein fahrradfreundliches Laufen informieren. Hier nutzten auch viele Besucher die Möglichkeit, beim bayernweiten Radentscheid für eine massive Verbesserung für den Radverkehr zu unterschreiben.

Auch die Stadt Laufen beteiligte sich zum Thema Mobilität und Geschäftsleiter Christian Reiter stellte Interessierten ausführlich das Bürgerauto vor. Ebenso präsentierte Birgit Schindler vom Fahrerteam den städtischen Stadtbus, der für Kurzstrecken im Stadtbereich eine sinnvolle Alternative zum Privatauto ist. In den Gesprächen mit Bürgern zeigte sich, dass beim Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung für diesen kostengünstigen ÖPNV noch Luft nach Oben ist.

Das Café-Team vom Helferkreis Asyl zauberte wieder ein bewährtes, reichhaltiges Kuchenbuffet hervor und so verweilten die Besucher im einzigartigen Ratscafé entspannt bei einer Tasse fairem Kaffee, gesponsert vom Weltladen Laufen und einem netten Plausch. Der Pfarrverband Laufen-Leobendorf unterstützte das Caféteam mit Geschirr und Stehtischen und die Stadt Laufen mit den Biertischgarnituren.

Die Veranstaltung war wetterbedingt um eine Woche verschoben und der CSU Ortsverband wie auch der Biohof Lecker waren beim Ersatztermin verhindert.

Typisch für den PARKing day verwandelten die Veranstalter auch Parkflächen in Begegnungsflächen um. So konnten die Besucher in Liegestühle die Aussicht nach Österreich genießen, eine Runde Schach spielen, sich bei den Stellwänden über bereits realisierte nachhaltige Mobilität informieren oder einfach nur miteinander ratschen.

„Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun“ sagte einst Molière. So hoffen die Veranstalter auf einen weiteren Schritt Richtung klimafreundlicher und generationengerechter Raumgestaltung in ihrer Stadt.

Verwandle den Platz in einen Raum für Menschen – dieses Motto wurde beim diesjährigen PARKing Day wieder kreativ umgesetzt mit Ratscafé, Kinderflohmarkt, Spieleangebote und viel Raum für Austausch und Zusammenkommen.

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