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"Volk entscheide"

Sebastian Frankenberger liest aus seinem neuen Buch

 Traunstein. Die demokratische Landschaft Deutschlands befindet sich in einem Umbruch. Künftig wird aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen und elektronisch vernetzter Kommunikationsmittel eine stärkere Beteiligung der Bürger an politischen Prozessen stattfinden. Dies wird unsere Politik hin zu mehr Demokratie beeinflussen. Sebastian Frankenberger, Bundesvorsitzender der ÖDP, hat dies als Initiator des Volksbegehrens zum Nichtraucherschutz beispielhaft demonstriert. In seinem Buch "Volk entscheide" beschreibt er Umstände dieses gesellschaftlichen Wandels.

Der Kreisvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Bruno Siglreitmaier, freute sich, dass er neben Frankenberger auch die ÖDP-Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl Agnes Thanbichler, Dr. Ute Künkele, Andreas Huber und Hermann Hofstetter unter den Zuhörern begrüßen konnte.

Frankenberger zieht in seinem Buch Zitate aus der Bibel heran, um die programmatischen Grundsätze der ÖDP darzustellen: keine Ausbeutung von Mensch und Natur, soziales Miteinander statt Turbo-Kapitalismus. „Die Goldene Regel der Politik bemisst sich daran, ob die Handlung allen Menschen der gesamten Schöpfung und allen nachfolgenden Generationen dient!“, ist Frankenbergers zentrale Aussage. Grundlegend für eine verantwortungsvolle Politik sind, so die Meinung des ÖDP-Vorsitzenden, drei Hauptpunkte: Reflexion über das eigene Leben und die eigene Lebensführung, soziale Gerechtigkeit und mehr Bürgerbeteiligung als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie. Dafür bedürfe es einer fundamentalen Änderung unseres Bildungssystems. Nur wer die Welt ganzheitlich verstehe, könne sein persönliches Verhalten danach ausrichten, verantwortungsvoll mit den Mitmenschen und der Schöpfung im gesamten umzugehen.

Dr. Ute Künkele als Biologin hob das passende Bild des Baumes hervor, das Frankenberger benutzt: verwurzelt in der Ethik, strebt der Stamm als Sinnbild für eine verantwortungsvolle Politik zum Blätterdach empor, das die Vision einer humanen und gerechten Welt symbolisiert. Ein anderer Besucher bemängelte, dass die allermeisten Politiker keine Macht, also auch keine Verantwortung an die Bürger abgeben wollten. In der Schweiz gebe es im Gegensatz dazu eine Vielzahl an direkten Abstimmungen, so dass die Bürger sich viel mehr mit Argumenten auseinandersetzen müssten. Das wiederum fördere die gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Ihren Unmut über die ungerechte Behandlung von Frauen, die für die Erziehung ihrer Kinder die berufliche Arbeit - zumindest zeitweise – aufgegeben hätten, äußerte eine Zuhörerin aus Ruhpolding: „Die ÖDP widersetzt sich hier dem öffentlichen Druck und setzt sich mit ihrer Forderung nach einem Erziehungsgehalt für eine echte Anerkennung der familiären Erziehungsarbeit ein !“ Kreisvorsitzender Siglreitmaier dankte dem Referenten für die lockere und mit Humor gewürzte Vorstellung seines Buches, das zugleich einen Einblick in Frankenbergers persönliche Spiritualität gibt. Sein weiterer Dank galt Hermann Hofstetter, der die Veranstaltung organisiert hatte, und den Besuchern für die anregende Diskussion. „Wenn wir in den Menschen ein Bewusstsein vermitteln könnten, dass ein Weniger an Konsum ein Mehr an Lebensqualität bedeutet, habe ich keine Sorge um unsere Zukunft!“ schloss Siglreitmaier den Abend.  

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